Digitalisierte Bestände

Das Bundesarchiv hat mehrere tausend Akten aus der Überlieferung wichtiger ziviler und militärischer Dienststellen, aber auch aus den Nachlässen bedeutender Politiker und Militärs digitalisiert, insgesamt mehr als 700.000 Seiten! Diese „Digitalen Sammlungen“ können Sie hier einsehen.

Die Dauerausstellung des Heeresarchivs

Im Jahr 1937 stellte das Heeresarchiv in Potsdam aus den von ihm verwahrten Akten eine Dauerausstellung zur preußisch-deutschen Militärgeschichte zusammen. Diese Ausstellung befand sich im Archivgebäude auf dem Brauhausberg in Potsdam und ihr Besuch war fester Bestandteil von Archivführungen. Im Zuge der zunehmenden alliierten Luftangriffe wurden die Dokumente der Dauerausstellung in der Endphase des Zweiten Weltkrieges nach Bayern ausgelagert und dort von der US-Armee erbeutet. In den 1960er Jahren gingen diese Unterlagen zurück an die Bundesrepublik Deutschland.

Die Dokumente der Dauerausstellung des Heeresarchivs erstrecken sich über den Zeitraum von 1679 bis 1937. Die meisten dieser Stücke wären vermutlich, hätte man sie nicht dem ursprünglichen Aktenkontext entnommen und im Original in die Ausstellung aufgenommen, beim Brand des Heeresarchivs infolge des alliierten Luftangriffs auf Potsdam im April 1945 vernichtet worden.

Die Dauerausstellung enthält einige der bedeutendsten Zeugnisse preußisch-deutscher Militärgeschichte. Insbesondere zum Ersten Weltkrieg finden sich hier zahlreiche Schriftstücke von herausgehobener Bedeutung.

Das Königliche Militärkabinett

Das Königliche Militärkabinett war zuständig für die Bearbeitung aller der Kommandogewalt des Königs von Preußen unterworfenen Heeresangelegenheiten sowie der Personalangelegenheiten der Offiziere.
Der Chef des Militärkabinetts war zugleich Vortragender Generaladjutant und Berater des Kaisers in allen Fragen, die die Armee betrafen.

Die Heeresgruppen des Deutschen Heeres

Wie schon in früheren Kriegen wurden zunächst auch im Ersten Weltkrieg die einzelnen Armeen des Deutschen Heeres zentral geführt. Eine mehrere Armeen zusammenfassende Kommandobehörde hatte es bisher nicht gegeben. Doch nun umfasste das Deutsche Heer mehrere Millionen Mann. Die Führung aller einzelnen Armeen durch eine Zentralstelle erwies sich schnell als unpraktikabel.
Ab 1915 wurden daher immer häufiger mehrere Armeen einem Heeresgruppenkommando unterstellt. Die Heeresgruppen waren in der Regel nach ihrem Oberbefehlshaber benannt und wechselten daher mit diesem auch ihren Namen.

Der Kommandierende General der Luftstreitkräfte

Am 13. November 1915 wurde für die Führungsaufgaben der Luftstreitkräfte im Feld zunächst der Chef des Feldflugwesens geschaffen. Aus diesem ging am 8. Oktober 1916 der Kommandierende General der Luftstreitkräfte (Kogenluft) hervor. Der Kogenluft unterstand dem Chef des Generalstabs des Feldheeres und war zuständig für Ausbau und Einsatz der gesamten Luftkampf- und Luftabwehrmittel des Heeres.

Gouvernements, Festungen und Kommandanturen

Dieser Sammelbestand umfasst die Unterlagen der Festungsgouvernements und Kommandanturen in Preußen, der Gouverneure der belgischen Provinzen, Festungen und der Hauptstadt Brüssel sowie der Kommandanturen in Rumänien, Frankreich und Rußland.

Das Kaiserliche Generalgouvernement Belgien

Am 23. August 1914 wurde das besetzte Belgien einem Kaiserlichen Generalgouvernement unterstellt. Neben der militärischen Sicherung des besetzten Landes standen die Beaufsichtigung der zivilen Verwaltung und in immer stärkerem Maß die wirtschaftliche und finanzielle Ausbeutung im Mittelpunkt der deutschen Maßnahmen.

Das Kaiserliche Generalgouvernement Warschau

Am 24. August 1915 wurde der von Deutschland besetzte Teil Polens einem Kaiserlichen Generalgouvernement unterstellt. Neben der militärischen Sicherung des besetzten Landes standen die Beaufsichtigung der zivilen Verwaltung und zunehmend der Versuch, ein pro-deutsches polnisches Staatswesen aufzubauen, im Mittelpunkt der deutschen Maßnahmen.

Die Kaiserlichen Militärverwaltungen und Militärmissionen

Dieser Sammelbestand umfasst die Unterlagen des Verwaltungsgebietes des Oberbefehlshabers Ost (Oberost), der Militärverwaltung Rumänien sowie der Militärmissionen und Militärattachés.

Das Gouvernement Kiautschou

Die Bucht von Kiautschou mit dem Hauptort Tsingtau wurde am 14. November 1897 von Deutschland besetzt und am 6. März 1898 für 99 Jahre von China gepachtet. Für das Gebiet wurde ein dem Reichsmarineamt unterstellter Gouverneur eingesetzt. Ab August 1914 von Japan belagert, kapitulierte Tsingtau am 7. November 1914.

Der Krieg in den Kolonien

Bereits kurz nach Kriegsende begannen das Reichsarchiv und das Marinearchiv mit der wissenschaftlichen Auswertung des Kriegsgeschehens. Ab 1936 übernahm diese Aufgabe zum Teil die Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres. Dabei entstanden auch mehrere Studien zum Krieg in den Kolonien, die jedoch nie publiziert wurden.

Die Kriegsakten der Reichskanzlei

Die Reichskanzlei war die Behörde zur Ausübung der Amtsgeschäfte des Reichskanzlers. Dieser wurde von 1871 bis 1918 vom Deutschen Kaiser berufen und unterstand allein diesem. Dem Reichskanzler wiederum waren für verschiedene Reichsämter zuständige Staatssekretäre nachgeordnet. Digitalisiert einsehbar sind hier die Kriegsakten der Reichskanzlei.

Die Kriegsakten des Vertreters der Reichskanzlei im Großen Hauptquartier

Die Reichskanzlei war die Behörde zur Ausübung der Amtsgeschäfte des Reichskanzlers. Dieser wurde von 1871 bis 1918 vom Deutschen Kaiser berufen und unterstand allein diesem. Dem Reichskanzler wiederum waren für verschiedene Reichsämter zuständige Staatssekretäre nachgeordnet. Digitalisiert einsehbar sind hier die Kriegsakten des Vertreters der Reichskanzlei im Großen Hauptquartier.

Die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zu Deutsch-Ostafrika

Das Reichskolonialamt wurde 1907 aus der seit 1890 bestehenden Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes gebildet. Digitalisiert wurden die im Reichskolonialamt entstandenen Akten zum Kriegsgeschehen in den deutschen Kolonien in Afrika und in der Südsee. Hier einsehbar sind die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zum Schutzgebiet Deutsch-Ostafrika.

Die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zu Deutsch-Südwestafrika

Das Reichskolonialamt wurde 1907 aus der seit 1890 bestehenden Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes gebildet. Digitalisiert wurden die im Reichskolonialamt entstandenen Akten zum Kriegsgeschehen in den deutschen Kolonien in Afrika und in der Südsee. Hier einsehbar sind die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zum Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika.

Die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zu Kamerun und Togo

Das Reichskolonialamt wurde 1907 aus der seit 1890 bestehenden Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes gebildet. Digitalisiert wurden die im Reichskolonialamt entstandenen Akten zum Kriegsgeschehen in den deutschen Kolonien in Afrika und in der Südsee. Hier einsehbar sind die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zu den deutschen Schutzgebieten Kamerun und Togo.

Die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zu den deutschen Südsee-Gebieten

Das Reichskolonialamt wurde 1907 aus der seit 1890 bestehenden Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes gebildet. Digitalisiert wurden die im Reichskolonialamt entstandenen Akten zum Kriegsgeschehen in den deutschen Kolonien in Afrika und in der Südsee. Hier einsehbar sind die Kriegsakten des Reichskolonialamtes zu den deutschen Schutzgebieten in der Südsee: Deutsch-Neuguinea (mit den Inselgruppen Karolinen, Marianen, Marshall-Inseln, Palau-Inseln und Nauru) sowie Samoa.

Die Deutsche Reichsbank und die Kriegsfinanzierung

Die Deutsche Reichsbank war seit 1875 die Zentralnotenbank des Deutschen Reiches und war im Rahmen der Kredit- und Anleihepolitik des Reichs involviert in die zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs zwischen 1914 und 1918 ausgegebenen neun Kriegsanleihen. Diese brachten 98 Milliarden Reichsmark ein und deckten etwa 60 % der deutschen Kriegskosten. Die Kriegsanleihen wurden von umfangreicher Propaganda begleitet, um auf diese Weise die Heimatfront direkt zur Unterstützung des Krieges zu gewinnen.

Die Kriegschemikalien AG

Die Kriegschemikalien AG war eine am 28. September 1914 zur "Beschaffung, Verteilung und Verwendung von chemischen Rohstoffen und Erzeugnissen, soweit sie zur Sicherstellung des industriellen Bedarfs für Heer und Marine erforderlich sind" gegründete Aktiengesellschaft. Aktionäre waren überwiegend entsprechende Firmen. Die Beteiligung je eines Vertreters des Preußischen Kriegsministeriums, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe und des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft an den Aufsichtsratsbeschlüssen war zwingend erforderlich. Zum 1. Oktober 1920 wurde die Gesellschaft aufgelöst.

Der Kriegsausschuss für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel

Der Kriegsausschuss für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel war eine am 5. April 1916 zur "Beschaffung, Verteilung und Verwertung von Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel" unter Aufsicht des Reichsamts des Innern bzw. später des Kriegsernährungsamtes gebildete Dienststelle. Gesellschafter waren das Deutsche Reich sowie Firmen des Kaffee- und Teehandels und der damit verbundenen Industrie. Die Liquidation erfolgte ab dem 1. Juli 1919.

Die Reichskartoffelstelle

Am 9. Oktober 1915 wurde die Reichskartoffelstelle als Dienststelle zur "Verteilung von Kartoffelvorräten zur Ernährung der Bevölkerung" mit einer Verwaltungsabteilung (Behörde) und einer Geschäftsabteilung (Kartoffelversorgungs GmbH) gegründet. Gesellschafter waren das Deutsche Reich und seine Bundesstaaten, Kommunalverbände und Gemeinden, Landwirtschaftliche Genossenschaften und Kartoffelhändler. Die Löschung der Geschäftsabteilung (GmbH) im Handelsregister erfolgte im April 1922.

Matthias Erzberger

1875 – 1921
Zentrums-Politiker, Mitglied des Reichstags ab 1903
1918 Leiter der Waffenstillstandskommission
1919 Reichsminister der Finanzen
Vizekanzler und stellvertretender Preußischer Ministerpräsident
1921 von Rechtsextremisten ermordet

Günther von Le Suire

1880 – 1950
Verwaltungsbeamter im Generalgouvernement Belgien
Chef der Zivilverwaltung der Provinz Hennegau
1919 Leiter der Wirtschaftskommission in Versailles
Kommissar bei den Reparationskonferenzen in Spa und Brüssel
1921 Delegierter des Deutschen Reiches bei der Konferenz in London
ab 1928 Rechtsanwalt

Admiral Wilhelm Souchon

1864 – 1946
Befehlshaber der Mittelmeerdivision der Kaiserlichen Marine
Oberbefehlshaber der osmanischen und bulgarischen Kriegsmarine

Admiral Georg von Müller

1854 – 1940
Chef des Kaiserlichen Marinekabinetts 1906-1918

Stabsarzt Dr. Paul Schulz

1879 – 1916
Stellvertretender Regimentsarzt bei der 39. Infanterie-Division und der 44. Reserve-Division

Divisionspfarrer Hans Keller

1881 – 1918
Divisionspfarrer bei der 28. Division

Fregattenkapitän Johann-Bernhard Mann

1880 – 1945
persönlicher Mitarbeiter des Staatssekretärs Großadmiral v. Tirpitz
Vertreter des Reichsmarineamts im Großen Hauptquartier
1917/18 Erster Offizier auf SMS Prinzregent Luitpold
1918 Admiralstabsoffizier beim Befehlshaber der Torpedostreitkräfte
1918 Kommandant von SMS Dresden

Generaloberst Moriz Freiherr von Lyncker

1853 – 1932
Chef des Königlichen Militärkabinetts 1908 – 1918
Präsident des Reichsmilitärgerichts 1918/19

Leutnant Erwin Otto Strassmann

1895 – 1972
Artilleriebeobachter bei den Heeresluftschiffen
Arzt
Emigration in die USA
Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie